Beaufort-Skala: Wind auf dem Meer; Foto © wetter-wien.wienBeaufort-Skala: Wind auf dem Meer; Foto © wetter-wien.wien
Wind ist eine Bewegung der Luft – genauer gesagt, eine Verlagerung von Luftteilchen. Diese Verlagerung wird in der Meteorologie mit zwei Größen beschrieben: Richtung und Geschwindigkeit.

Wind und Windgeschwindigkeit

Bei der Windgeschwindigkeit wird die horizontale Bewegung der Luft gemessen und in Kilometern pro Stunde (km/h) angegeben. Ab 75 km/h spricht man von einem Sturm, ab 117 km/h von einem Orkan. Die Messung erfolgt meist mit einem Anemometer. Natürlich kann man den Wind nicht immer und überall exakt messen. Dann wird die Windstärke nach der Beaufort-Skala geschätzt.

Windrichtung

Neben der Geschwindigkeit spielt beim Wind auch die Richtung eine Rolle. Weht der Wind von Norden nach Süden, spricht man von einem Nordwind – man nennt also immer die Herkunft der Luftteilchen. Im Lauf der Zeit hat sich eine Einteilung in 8 verschiedene Windrichtungen eingebürgert (Nord, Nordost, Ost, Südost, Süd, Südwest, West, Nordwest).

So entsteht Wind

Wie gerät die Luft in Bewegung? Hauptursache für die Entstehung von Wind ist der Luftdruck. In einem Tiefdruckgebiet steigt die Luft großräumig nach oben. In einem Hochdruckgebiet sinkt die Luft dagegen ab. Ganz einfach gesagt: Aus einem Tiefdruckgebiet wandert die Luft nach oben ab, in einem Hochdruckgebiet kommt sie von dort oben wieder in Richtung Boden zurück. In Bodennähe fließt nun diese Luft wieder vom Hoch ins Tief zurück – praktisch, um es wieder „aufzufüllen“. Dies geschieht so lange, bis der Luftdruck ausgeglichen ist.

Kurzum: Wind entsteht durch die Bewegung der Luft vom Hoch ins Tief. Der kürzeste Weg zwischen diesen beiden Punkten ist die Gerade. Weil die Luft aber von der Corioliskraft abgelenkt wird (bei uns, auf der Nordhalbkugel, in Bewegungsrichtung nach rechts), bewegt sie sich um ein Tiefdruckgebiet gegen den Uhrzeigersinn und um ein Hochdruckgebiet im Uhrzeigersinn.

Warum ist es in Wien immer windig?

Radler kennen das Phänomen: Kaum ein Tag, an dem man in Wien nicht mit Gegenwind zu rechnen hat. Ein Blick in die Wind-Statistik zeigt, dass im Süden und Osten des Stadtgebiets nur jeder 10. Tag windstill ist. Im Norden und Westen der Stadt finden sich gar nur 3 bis 4 windstille Tage im Jahr. Die Hauptwindrichtungen in Wien sind West bzw. Nordwest (über 160 Tage im Jahr) und Südost (knapp über 40 Tage im Jahr). Warum? Generell herrschen in Mitteleuropa, bedingt durch die typischen Großwetterlagen, Westwinde vor.

Weil die Hügel des Wienerwaldes die Stadt nach Westen zu umgeben, wird der dort ankommende West- bzw. Nordwestwind entlang der Donau oder im Wiental kanalisiert und strömt somit verstärkt in die Stadt. Bei den selteneren Südost-Lagen hat der aus dem flachen Wiener Umland kommende Wind keine Hindernisse zu überwinden. Im Sommer bringt dieser Wind heiße Luft aus der Ungarischen Tiefebene, im Winter dagegen transportiert er kontinentale Kaltluft in die Stadt.

Artikel erschienen am    23. November 2018  | 

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