Zyklon Idai vor der Küste Mosambiks am 13.März 2019; Quelle NASA EOSDISZyklon Idai vor der Küste Mosambiks am 13.März 2019; Quelle NASA EOSDIS

Ein Zyklon ist im Grunde mit einem Hurrikan gleichzusetzen. Der Unterschied zwischen diesen beiden Phänomenen besteht lediglich in der auftretenden Region. Während tropische Wirbelstürme im Atlantik und Westpazifik Hurrikan genannt werden, heißen sie im indischen Ozean Zyklon. Tropische Wirbelstürme sind für uns zu dieser Jahreszeit etwas fremd, da diese im Herbst ihre Hochsaison haben. Aufgrund der jahreszeitlichen Verschiebung auf der Südhalbkugel, entspricht unser Frühling dem dortigen Herbst. Vor einigen Wochen haben wir bereits über einen anderen tropischen Wirbelsturm berichtet: Hurrikan Oma trifft auf Australien.

Wie entsteht ein Zyklon?

Ein Zyklon entsteht aus einem gewöhnlichen Tiefdruckgebiet. Um sich derart stark zu intensivieren müssen zusätzlich über einem größeren Bereich folgende Bedingungen herrschen:

  • Die Oberflächentemperatur des Wassers muss mindestens 26,5 °C betragen.
  • Der Wind darf keine starke Veränderung mit der Höhe erfahren.
  • Es muss ein gewisser Abstand zum Äquator herrschen, da erst ab 5° Breite (555 km nördlich oder südlich vom Äquator) die Corioliskraft groß genug ist um das Gebilde in Rotation zu versetzen.

Der aktuelle Zyklon Idai bildete sich bereits Anfang März vor der Ostküste Afrikas im südwestlichen Indischen Ozean.

Zyklon Idai verwüstet Mosambik

Enorme Niederschläge stellen das Hauptproblem dar. Leiber gibt es keine Messwerte aus den betroffenen Regionen, da vermutlich auch die Messstationen durch die extremen Regenmassen zerstört worden sind. Schätzungsweise muss sich der Niederschlag jedoch auf mehrere 100 Liter pro Quadratmeter belaufen. Das Wasser kann nur sehr schlecht abfließen, wodurch sich ein unvorstellbar gigantischer See (125 km lang, bis zu 11 m tief) bildete. Menschen mussten vielerorts auf Dächer und Bäume fliehen, wo sie auf hoffentlich baldige Hilfe durch Rettungsorganisationen warten.

Doch nicht nur der Regen war das Problem. Windgeschwindigkeiten von über 160 km/h erschwerten die Lage erheblich. Bevor der Zyklon auf Land traf betrug die Windgeschwindigkeit sogar  200 km/h, was eine enorme Sturmflut mit sich zog. Nach der Saffir-Simpson-Skala für tropische Wirbelstürme, ist Idai in Kategorie 3-4 einzustufen.

Derzeit (Stand 22.03) sind mindestens 211 Todesopfer und ein Schaden von 17,6 Millionen US-Dollar zu beklagen. Dieser Zyklon ist mit Sicherheit der stärkste der letzten Jahre.

Artikel erschienen am    22. März 2019  | 

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