Frontenanalyse vom 28.11.2019; Über Dänemark ist das Tief "ex-Sebastien" mit dazugehörigem Frontensystem deutlich zu sehen; Quelle: DWDFrontenanalyse vom 28.11.2019; Über Dänemark ist das Tief "ex-Sebastien" mit dazugehörigem Frontensystem deutlich zu sehen; Quelle: DWD

Der November lag bisher wie bereits der gesamte Herbst von der Temperatur klar über dem 30 jährigen Mittel. Dieses Thema behandeln wir jedoch Anfang nächster Woche bei unserem klimatologischem Rückblick. Vor uns liegt nämlich ein Wochenende, welches diese Statistik zumindest zu einem minimalen Teil in Richtung Normbereich bewegt.

Kaltfront bringt Wintergruß

Schuld hierfür ist das Tief mit dem ungewöhnlichen Namen „ex-Sebastien“. Dieser hat seinen Ursprung, zumindest in diesem Zusammenhang, nicht in einer vergangen Beziehung, sondern stammt aus der Entstehungsgeschichte dieses Tiefdruckgebiets. Noch am Montag war es nämlich offiziell als Tropischer Sturm mit dem Namen Sebastien im östlichen Atlantik eingestuft. Mittlerweile hat es an Intensität verloren und ist zu einem gewöhnlichen Tief degradiert worden.

Aktuell liegt das Zentrum unseres Protagonisten über Dänemark mit Zugrichtung Nordwesten. Dadurch kommt Österreich und somit auch Wien zunehmend an die Rückseite dieser Zyklone. Mit dem morgigen Freitagabend steuert eine Kaltfront von ex-Sebastien auf uns zu, welche polare und energiearme Luftmassen im Gepäck hat. Das Hochnebeldrama der letzten Tage findet so vorerst ein Ende und eine erste Abkühlung ist in der Nacht auf Samstag ist zu erwarten.

Höhenwetterkarte vom Sa 30.11.2019. Die schwarzen Linien zeigen die Strömung aus nordwestlicher Richtung an. Die bläulichen Farben die energiearmen Luftmassen über Zentraleuropa.
Höhenwetterkarte vom Sa 30.11.2019. Die schwarzen Linien zeigen die Strömung aus nordwestlicher Richtung an. Die bläulichen Farben die energiearmen Luftmassen über Zentraleuropa.

Der Blick auf die obenstehende Höhenwetterkarte verrät uns, dass in einer Höhe von rund 5 km ebenfalls kalte Luft von einem Trog von Grönland und Island bis zu uns transportiert wird. Die Abkühlung ist also mit Samstag noch nicht vorbei und intensiviert sich übers Wochenende. In der Nacht auf Sonntag fallen aus heutiger Sicht die Temperaturen erstmals in diesem Herbst und Winter in der gesamten Stadt unter den Gefrierpunkt. Die Tiefsttemperatur wird am Stadtrand bei rund -4 °C liegen. Unter Tags werden sich sowohl am Samstag als auch am Sonntag Sonne und Wolken abwechseln und ein Höchstwert von 5 °C wird nicht überschritten. Der erste Eistag in Wien lässt also trotz Wintergruß noch auf sich warten.

Italientief bringt möglicherweise Schnee

Die neue Woche startet dann mit dem Einfluss eines Italientiefs, welches Niederschlag für Ostösterreich mit sich bringt. Die beschriebene Abkühlung in Kombination mit diesem Niederschlag lässt natürlich die Angst/Hoffnung auf Schnee wachsen und würde den Wintergruß vollenden. Durch einen großen Temperaturgegensatz zwischen Alpennord- und Südseite lässt sich diese Frage jedoch aus heutiger Sicht (Donnerstag) für Wien noch nicht klären. In höheren Lagen des Umlandes kann jedoch mit Schnee gerechnet werden. Ein mögliches Verkehrschaos am Montag in der Früh wäre somit vorprogrammiert.

Wie sich die Prognosen für den Montag für Wien weiterentwickeln, können Sie täglich auf unserer Startseite wetter-wien.wien nachlesen. Die gesamte Redaktion wünscht Ihnen bis dahin jedenfalls ein besinnliches und schönes erstes Adventwochenende!

Artikel erschienen am    28. November 2019  | 

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