Wetter: Wolken und Kondensstreifen am HimmelWolken und Kondensstreifen am Himmel; Foto: wetter-wien.wien

Bis ins Jahr 1767 reichen die Datensätze der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) zurück. Sie zeigen: Der Juni 2019 brach jede Menge Wetter-Rekorde. Seit Beginn der ZAMG-Aufzeichnungen gab es in der Wetter-Statistik noch nie einen derart warmen, trockenen und sonnigen Juni wie heuer. Ursache für die Rekorde waren die praktisch den ganzen Monat überwiegenden Wetterlagen mit Süd- oder Südwestströmung, die warme und zeitweise auch subtropische Luft aus der Sahara nach Europa brachten, wie ZAMG-Experte Alexander Orlik in einer Aussendung mitteilte.

Wetter-Statistik: Temperaturabweichung Österreich Tiefland; Quelle: ZAMG
Die Grafik zeigt die überdurchschnittlich warmen (rote Balken) und die relativ kühlen (blaue Balken) Juni-Monate von 1767 bis 2019. Verglichen wird mit dem Klimamittel des 20. Jahrhunderts (1901-2000). Schwarz ist die gemittelte Trendlinie. Quelle ZAMG.

Rekord-Juni im Detail

„Das Monatsmittel – also der Mittelwert aller Tages- und Nachttemperaturen im gesamten Monat in Österreich – liegt in diesem Juni um 4,7°C über einem durchschnittlichen Juni“, erklärte Orlik. Der bisher wärmste Juni – jener aus dem Jahr 2003 – lag dagegen „nur“ 4,1°C über dem Durchschnitt.

Viel Sonne, kaum Regen

Nach einem deutlich zu kalten und nassen Mai zeigte sich der Juni in ganz Österreich von seiner sommerlichen Seite. Die Sonne schien um 45 Prozent länger als im Schnitt, dazu gab es 57 Prozent weniger Niederschlag. In Wien-Mariabrunn brachte der Juni 2019 nur 9 Liter Regen, in einem durchschnittlichen Juni sind es hier 76 Liter.

Rekord an Tropennächten in Wien

Ins Schwitzen kam man nicht nur untertags, auch in den Nächten blieb es außergewöhnlich warm: in der Wiener Innenstadt wurden 13 Tropennächte (Tiefstwert nicht unter 20 °C) registriert – ein neuer Rekord (im Jahr 2003 waren es 12).

Hitze-Rekord: 38,1°C

Außerdem verzeichneten Kärnten, die Steiermark und Tirol neue Hitze-Rekorde für einen Juni. In Kärnten wurde der neue Bundesland-Rekord am 28. Juni in Hermagor mit 38,1°C erzielt – das war gleichzeitig auch der Juni-Höchstwert. In der Steiermark erreichte die ZAMG-Wetterstation Graz-Universität am selben Tag einen neuen Bundesland-Rekord mit 37,2°C. In Tirol wurde mit 37,5°C ein neuer Bundesland-Rekord erreicht, gemessen am 26. Juni in Imst und am 27. Juni in Innsbruck-Universität.

Wetter-Statistik für Wien

Absolut wärmster Ort Österreichs war einmal mehr die Wiener Innenstadt mit einem Monatsmittel von 24,9°C (+5,1°C gegenüber dem langjährigen Schnitt der Jahre 1981-2010). Auch der absolut sonnenreichste Ort des Landes kommt aus dem Großraum Wien: In Schwechat (NÖ) wurden 327 Sonnenstunden gemessen.

Gegenüber dem langjährigen Mittel fiel 51% weniger Regen; dafür gab es um 32% mehr Sonnenschein – in der Wiener Innenstadt insgesamt 315 Stunden. Die höchste Temperatur wurde mit 36,5°C gemessen; ebenfalls in der Innenstadt am 26. Juni. Der Temperaturtiefstwert der Wetter-Statistik stammt aus Wien-Mariabrunn mit 11,4°C am 3. Juni.

Weitere Wetter-Bilanzen im Detail:

Artikel erschienen am    30. Juni 2019  | 

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