So würde sich eine Tropennacht aushalten lassen. In der Stadt ist sie leider nicht annähernd so angenehm.So würde sich eine Tropennacht aushalten lassen. In der Stadt ist sie leider nicht annähernd so angenehm.

Unruhig, heiß, nicht erholsam, klebrig. So könnte eine Definition der Klimakennnacht lauten. Doch auch für die Tropennacht gibt es eine klare Definition, und somit auch eine eindeutige Statistik wie viele dieser Nächte pro Jahr an einem Ort auftreten.

Tropennacht: Minimum über 20 °C

Ähnlich zu anderen klimatologischen Kenntagen ist die Temperatur das ausschlaggebende Kriterium. Diesmal betrachten wir allerdings die Minimumstemperatur zwischen 18 Uhr des Vortages und 6 Uhr UTC des aktuellen Tages herangezogen. Liegt diese bei zumindest 20 °C oder darüber spricht der Meteorologe offiziell von einer Tropennacht.

Hohe Warte: Im Mittel 8,55 Tropennächte pro Jahr

Unsere Redaktion hat sich die Mühe gemacht und hier selber eine Auswertung vorgenommen. Die Daten hierfür wurden von dem Portal ogimet heruntergeladen und anschließend ausgewertet. Üblich für eine Auswertung dieser Art wäre es eine Periode von 30 Jahren zu betrachten. So weit in die Vergangenheit gehen jedoch leider die von diesem Portal zur Verfügung gestellten Daten nicht.

Das Ergebnis unserer Statistik: An der Station Wien-Hohe Warte gab es in der Periode von 2000 bis 2019 durchschnittlich 8,55 Tropennächte pro Jahr. Deutlich höher ist die Anzahl der Tropennächte mit 25,5 pro Jahr in der Inneren Stadt (im Mittel fast jede 14 Nacht!). Am Stadtrand sinkt diese Zahl ab und geht in ländlichen Regionen gegen 0.

Trend: Anzahl der Tropennächte steigt an

Auch in dieser Statistik ist der Klimawandel unübersehbar. Natürlich nicht unter Betrachtung der bereits angeführten durchschnittlichen Anzahl der Tropennächte, sondern viel eher unter Darstellung der zeitlichen Entwicklung dieser Kenngröße. Folgende Abbildung verdeutlicht diesen Zusammenhang am Beispiel von der Inneren Stadt.

Statistik über die jährliche Anzahl der Tropennächte an der Station Wien - Innere Stadt. Rote Linie: lineare Regression zur Trendabschätzung. Ausgewertet und dargestellt von: Clemens Bauer, BSc
Statistik über die jährliche Anzahl der Tropennächte an der Station Wien – Innere Stadt. Rote Linie: lineare Regression zur Trendabschätzung. Ausgewertet und dargestellt von: Clemens Bauer, BSc

Die Balken kennzeichnen hierbei die Anzahl der Tropennächte in den jeweiligen Jahren. Die rote Linie stellt den berechneten Trend dar. Statistisch gesehen steigt die Anzahl der Tropennächte in diesem Zeitraum pro Jahr um 1,14 an der Station Wien-Innere Stadt. In der Wissenschaft zählt diese Art von Auswertung zu den Grundwerkzeugen der Statistik und heißt lineare Regression.

Weitere Klassifikationen

Für die nächtlichen Temperaturen ist die Tropennacht die einzige Klassifikation. An diesem Punkt verweisen wir aber auf die Vielzahl der anderen klimatologischen Kenntage, zu welchen Sie natürlich ebenfalls spannende Informationen in unserem Glossar finden:

Artikel erschienen am    25. Juli 2020  | 

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