Herbst; Foto: Peter Rufi, Public DomainHerbst; Foto: Peter Rufi, Public Domain
Die Meteorologen riefen schon Anfang September den Herbst aus. Sie rechnen in vollen Monaten, weil es auf diese Weise leichter ist, statistische Daten zu erfassen und vergleichbar zu machen. Nach dem Kalender beginnt der Herbst mit der Tag- und-Nachtgleiche (für Lateiner: Äquinoktium). An diesem Datum sind, wie der Name schon beschreibt, Tag und Nacht gleich lang. Die Sonne passiert an diesem Tag auf ihrer scheinbaren Bahn den Himmelsäquator und wandert immer weiter nach Süden. Auf der Nordhalbkugel müssen sich die Laubbäume nun auf den Winter einrichten. Erst wechseln die Blätter nach und nach ihre Farbe, schließlich fallen sie ab. Warum ist das so?

Darum färben die Bäume im Herbst ihre Blätter

Mit der Verfärbung des Laubs bunkern die Bäume wichtige Nährstoffe über den Winter. Im Sommer, wenn das Sonnenlicht kräftig ist, erzeugen Pflanzen mithilfe der Photosynthese aus Licht, Wasser und Kohlendioxid – Zucker und Sauerstoff. Die Pflanze nimmt dabei über ihre Wurzeln Wasser und über ihre Blätter aus der Luft Kohlendioxid auf. Das Blattgrün (Chlorophyll) ermöglicht den Zellen, aus Licht chemische Energie zu gewinnen. Chlorophyll wiederum enthält wertvollen Stickstoff, der vom Baum in den Stamm zurückgeholt wird. Vor der Winterruhe zerlegt die Pflanze nun das Blattgrün in seine Bestandteile und lagert den Stickstoff ein. Die gelben, orangen und roten Farbstoffe der Blätter enthalten keinen Stickstoff, daher werden sie auch nicht abgebaut, bevor der Baum seine Blätter abwirft. So kommt es zur charakteristischen Verfärbung des Laubes im Herbst.

Laub abwerfen, um zu überleben

Im Winter würden den Bäumen Blätter zum Verhängnis werden, denn über diese Blätter verdunstet Wasser. In der kalten Jahreszeit kann der Baum viel weniger Wasser aufnehmen, weil der Boden gefroren sein kann oder Niederschlag als Schnee fällt. Die Pflanze würde also mehr verdunsten als aufnehmen. Deshalb werfen die Bäume ihre Blätter noch vor dem Winter ab.  

Artikel erschienen am    28. September 2017  | 

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