Der Wärmeinsel-Effekt in Wien: Die Innere Stadt heizt sich auf.Der Wärmeinsel-Effekt in Wien: Die Innere Stadt heizt sich auf. (c) Curt Themessl
Es kann vorkommen, dass die Temperatur in der Innenstadt um mehrere Grade höher ist als in den Regionen abseits des Zentrums. Aber nicht nur die Tageshöchstwerte werden von der sogenannten städtischen Wärmeinsel beeinflusst.

Wetter in der Inneren Stadt Wien

Die Wetterstation Wien Innere Stadt meldet 33 Grad, Wien Unterlaa 31 Grad und Groß Enzersdorf 30 Grad. Die Großwetterlage würde solche Unterschiede nicht erklären und auch liegen alle Wetterstationen ungefähr auf derselben Höhe. Der Grund ist die städtische Wärmeinsel, schlicht auch als Stadteffekt bezeichnet. Die Hauptursache für die städtische Wärmeinsel ist die Bebauung. In der Stadt sind mehr und höhere Gebäude vorhanden. Diese sorgen für eine größere Oberfläche, wodurch sich der Sonne mehr Möglichkeiten bieten, um den Boden und die Luft darüber zu erwärmen. Ferner spielt auch die Oberflächenbeschaffenheit eine Rolle.

Städtische Wärmeinsel: Weitere Ursachen

Eine wenig bebaute und begrünte Oberfläche bietet der Sonne nicht nur weniger Angriffsfläche, auch die Vegetation trägt zu einer Kühlung der bodennahen Luftschichten bei. Während der Untergrund in städtischen Wärmeinseln häufig zubetoniert ist, sorgen die Pflanzen mit ihrem hohen Wassergehalt durch Verdunstung für Abkühlung. Die dichte und meist hohe Bebauung Wiens hat zudem noch weitere negative Auswirkungen auf das Stadtklima:

  • Der Niederschlag kann nicht versickern und fließt nur ab, wodurch der kühlende Effekt der Verdunstung nicht wirken kann. Außerdem besteht die Gefahr von Sturzfluten.
  • Die beim Bau verwendeten Materialien haben eine höhere Wärmekapazität, wodurch die Temperaturminima in der Nacht viel höher sind und die Stadt nicht abkühlen kann.
Den Effekt der städtischen Wärmeinsel, oder auch Stadteffekt, könnte man mit mehr Grünflächen entgegenwirken. Übrigens: Der größte Einfluss auf das Temperaturniveau der Stadt ist bei sonnigen und windschwachen Verhältnissen gegeben.

Artikel erschienen am    12. Juli 2018  | 

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