Hurrikan Katrina vor der US-KüsteHurrikan Katrina vor der US-Küste © NASA/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Ein Tiefdruckgebiet (=Zyklone) ist eine Region mit relativ niedrigem Luftdruck auf dem Erdboden. Auf Wetterkarten wird der Kern eines Tiefdruckgebiets (kurz: Tief) – in dem der Druck am niedrigsten ist – mit dem Großbuchstaben „T“ markiert.
Wetter Europakarte

Bodenwetterkarte: Ein Tief über Schottland schickt von Nordwesten her eine Kaltfront über Europa. Quelle: Deutscher Wetterdienst

So entsteht ein Tiefdruckgebiet

Ein Tiefdruckgebiet entsteht, wenn großräumig warme Luft in der Atmosphäre aufsteigt. Diese warme Luft kühlt sich während ihrer Reise nach oben ab und gibt dabei den in ihr enthaltenen Wasserdampf durch Kondensation ab. So bilden sich Wolken und in der Folge auch Niederschlag.

Am einfachsten ist die Entstehung eines Hitzetiefs zu erklären: Wenn im Sommer die Sonne den Boden stark erwärmt, werden auch die unteren Luftschichten wärmer. Weil warme Luft bei gleichem Volumen leichter ist als kalte Luft, steigt sie auf.

Aber auch ganz ohne Sommer und Hitze kann sich ein Tief entwickeln. Der Hebungsprozess kann auch in Gang kommen, wenn sich eine kalte Luftmasse unter eine wärmere schiebt. Die warme Luft wird angehoben und gleitet auf der kälteren auf.

Luftbewegung

Die in große Höhe aufsteigende Luft wird unten wieder aufgefüllt, und zwar indem Luft aus einem Hochdruckgebiet einströmt – so entsteht Wind. Aufgrund der Coriolis-Kraft bewegen sich Luftströme um ein Tiefdruckgebiet gegen den Uhrzeigersinn, während sie um ein Hoch mit dem Uhrzeigersinn rotieren. Das gilt für die Nordhalbkugel, auf der Südhalbkugel ist es genau andersrum.
Wind um ein Hoch- und Tiefdruckgebiet; schematisch

Um ein Hoch dreht sich die Luft im Uhrzeigersinn, um ein Tief gegen den Uhrzeigersinn; Grafik wetter-wien.wien

Auswirkung auf die Witterung

Für die in Mitteleuropa häufige Westwetterlage, bei der einzelne Tiefdruckgebiete von West nach Ost von den Britischen Inseln über Nord- und Ostsee bis nach Osteuropa ziehen, bedeutet das vereinfacht: Auf der Vorderseite des Tiefs herrscht eine südwestliche Strömung, und es werden milde und feuchte Luftmassen aus dem Mittelmeer an die Alpen geführt. In der Folge dreht die Strömung auf West, und auf der Rückseite des Tiefs kommen mit einer nördlichen Strömung kalte Luftmassen zum Alpenraum.

Artikel erschienen am    23. November 2018  | 

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