Taupunkt: Grashalme mit gefrorenem Tau; Foto: wetter-wien.wienGrashalme mit gefrorenem Tau; Foto: wetter-wien.wien
Der Taupunkt ist eine wichtige Größe, nicht nur in der Meteorologie, sondern auch in der Bauphysik (wo es darum geht, Schimmelbildung zu vermeiden). Der Begriff Taupunkt ist dabei eine Verkürzung, denn eigentlich beschreibt er die Taupunkttemperatur.

Was ist der Taupunkt?

Was hat es damit auf sich? Ganz einfach: Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit enthalten als kalte Luft. Diese Feuchtigkeit liegt gasförmig – als Wasserdampf – vor.  Die Menge an Wasser, die ein Kubikmeter Luft enthält, könnte man nun in Gramm pro Kubikmeter angeben. Das wäre die absolute Luftfeuchtigkeit. Viel praktischer ist es aber, die relative Luftfeuchtigkeit anzugeben. Relativ wozu? Luft kann nur eine gewisse Menge an Wasserdampf aufnehmen, bevor sie „gesättigt“ ist, also eine relative Luftfeuchtigkeit von 100% erreicht. Das bedeutet: Der Gehalt an Wasserdampf ist so hoch, dass dieser kondensiert (d.h. sich in flüssiges Wasser verwandelt).

Ein Beispiel: An einem sonnigen und warmen Herbsttag erreicht die Lufttemperatur 20 Grad, bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60%. Im Lauf der Nacht kühlt die Luft bodennah ab, die Temperatur sinkt. In unserem Beispiel müsste die Temperatur bis auf 12 Grad sinken, um ihre Sättigung – und damit die Taupunkttemperatur – zu erreichen. Ab diesem Wert kondensiert der Wasserdampf. Kalte Oberflächen wie Autoscheiben beschlagen, an Blättern bildet sich Tauwasser; auch die Bildung von Nebel ist möglich.

Taupunkt und Schimmel: Ab wann schimmelt es?

Der Taupunkt spielt nicht nur draußen, sondern auch drinnen eine Rolle. An Bauteilen, die deutlich kälter sind als ihre Umgebung kann in der Luft enthaltener Wasserdampf kondensieren – perfekte Bedingungen für Schimmelpilze. Klassisches Beispiel dafür ist ein während der Heizperiode dauernd gekipptes Fenster. Die einfließende kalte Luft kühlt die darunter liegende Wand stark ab. Wenn die warme und feuchte Raumluft sich mit der kalten Luft vermischt und unter die Taupunkttemperatur absinkt, kann sich an der Wand Tauwasser bilden.

So wird der Taupunkt gemessen

Weil sich ab der Temperatur des Taupunkts Oberflächen beschlagen, verwendet man zu seiner Messung einen sogenannten Taupunktspiegelhygrometer. Das ist ein beheizbarer Spiegel. Beschlägt der Spiegel (und reflektiert dadurch weniger Licht), ist die Taupunkttemperatur erreicht.

Wenn man den Taupunkt nicht ganz exakt bestimmen muss, kann man die aufwendige Messung mit dem Taupunktspiegelhygrometer auch durch eine Berechnung ersetzen, Das wird bei fast allen Wetterstationen so gemacht. Dabei wird aus der aktuellen Temperatur und der aktuellen Luftfeuchtigkeit der Taupunkt näherungsweise errechnet.

Artikel erschienen am    23. November 2017  | 

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