Trockenheit: Aufräumen nach Föhnsturm "Yves" in Gastein (Salzburg); Foto: ÖBf-Archiv/FB PongauWaldarbeit: Aufräumen nach Föhnsturm "Yves" und Trockenheit in Gastein (Salzburg); Foto: ÖBf-Archiv/FB Pongau
In ihrer Bilanz zum Waldjahr 2017 bezifferten die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) den Anteil an Schadholz mit 700.000 Festmetern. Das sind 47 Prozent der jährlichen Holzernte. Hauptgründe für die Schäden am heimischen Wald seien Gewitterstürme im Sommer, die Stürme „Herwart“ im Oktober sowie „Yves“ im Dezember und die extreme Trockenheit im Osten des Landes gewesen. „Der Klimawandel ist bei der Arbeit im Wald zum Alltag geworden“, so ÖBf-Vorstand Rudolf Freidhager.

Trockenheit und Hitze bringen Käfer

Durch die Trockenheit sei es zu starkem Käferbefall im Norden gekommen. Die Niederschlagsmengen im Waldviertel lagen deutlich unter, die Temperaturen allerdings um 1 Grad über dem langjährigen Mittel. Allein im Waldviertel fielen 80.000 Festmeter Holz Schädlingen zum Opfer. Über den Winter wird die Aufarbeitung der Schäden zum Wettlauf mit der Zeit. „Bis nächsten Frühling muss die Schadholzaufarbeitung weitgehend abgeschlossen sein, denn mit der Wärme kommt auch Österreichs größter Waldschädling – der Borkenkäfer“, sagt Freidhager. „Die Bundesforste kämpfen mit Fangbäumen und Schlitzfallen gegen den Schädling. „Von den 11 Millionen Euro, die wir 2017 insgesamt in die Waldpflege investiert haben, flossen allein 3,2 Millionen Euro in die Borkenkäferprävention.“

Douglasie im Kommen

Mit dem Klima ändern sich auch Österreichs Wälder. In tiefen Lagen und im warmen Osten werden Laubwälder zunehmen, Nadelhölzer werden sich in immer höhere Lagen ausbreiten. Die Bundesforste pflanzten 2,2 Millionen Jungbäume – neben Fichten und Lärchen verstärkt auch Tannen, Zirben und Douglasien. Die Douglasie sei nicht nur schnellwüchsig und ertragsstark, sondern vor allem trockenresistent und für niederschlagsärmere Regionen wie das Waldviertel gut geeignet. Dazu kommen Wildobst- und Laubbäume wie Bergahorn, Erlen oder Eichen. „Wir müssen unsere Wälder bereits heute dem Klimawandel anpassen und standortgerechte Pflanzen setzen“, sagt Freidhager.

Artikel erschienen am    27. Dezember 2017  | 

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