Starkregenereignisse bedeuten für Feuerwehrleute zumeist DauereinsatzStarkregenereignisse bedeuten für Feuerwehrleute zumeist Dauereinsatz

Große Regenmengen in kurzer Zeit stellen immer ein hohes Risiko für Flutkatastrophen dar. Aktuell hatten die Feuerwehren in den nördlichen Zentralalpen alle Hände voll zu tun um schlimmstes zu verhindern.

Intensivierung durch die Alpen

Überstreicht ein Tiefdruckgebiet ein Gebirge, so kann dieses erheblich intensiviert werden. In der Meteorologie verwendet man zur Erklärung dieses Effekts häufig den Vergleich mit einer Eiskunstläuferin. Geht sie während der Drehung einer Pirouette in die Hocke, so wird die Rotation abgebremst. Steht sie jedoch wieder auf und streckt ihre Rotationsachse wieder in die Länge, wodurch alles Gewicht näher zum Mittelpunkt kommt, so ist ihre Rotationsgeschwindigkeit stark erhöht.

Selbiges gilt für ein Tiefdruckgebiet, welches über einen Gebirgszug zieht. Durch die Dehnung seiner Rotationsachse intensiviert dieses sich und dreht sich schneller. Dieser Effekt trat am Sonntag auf, als ein Tief von Süden über den Osten Österreichs nach Süddeutschland gelangte.

Tief Axel über Zentralalpen bringt Starkregen

Die Rede ist von Tief Axel, welches in weiterer Folge wieder leicht in Richtung Westen weiterzog und im Bereich der nördlichen Zentralalpen für erhebliche Niederschlagsmengen sorgte. Besonders betroffen war Vorarlberg und Tirol sowie Teile der Schweiz und Süddeutschland. Der Kern des Tiefs lag nämlich in der Nacht von Montag auf Dienstag über der Tschechisch-Deutschen Grenze. Durch die Drehrichtung eines Tiefs (zyklonal – gegen den Uhrzeigersinn) schaufelte es in dieser Position feuchte Mittelmeerluft über Osten und Norden bis in die besagte Region. Dort warteten die Alpen als Hindernis  und die Topographie führte zu Starkregen.

Neue Niederschlagsrekorde

Das absolute Maximum wurde an der ZAMG-Wetterstation Alberschwende im Bregenzerwald gemessen. In 48 Stunden fielen insgesamt 220 mm Regen. Dieser Wert übertrifft den alten Rekord der Station um 15 mm. Neben der Alberschwende wurde auch an vielen anderen Standorten ein neuer Niederschlagsrekord aufgestellt. Der Verlauf des Starkregenereignisses ist folgender Grafik zu entnehmen.

Niederschlagsverteilung über 7 Tage an der ZAMG-Station Alberschwende im Bregenzerwald
Niederschlagsverteilung über 7 Tage an der ZAMG-Station Alberschwende im Bregenzerwald

Um für diese enorme Zahl eine Vorstellung entwickeln zu können, sei der durchschnittliche Jahresniederschlag in Wien mit 660 mm angegeben. In nur 2 Tagen fiel dort also ein Drittel des weiter östlich üblichen Jahresniederschlages. Im Westen Österreich ist die jährliche Niederschlagsmenge aufgrund der geringeren Entfernung zum Atlantik jedoch auch deutlich höher als im Osten.

Das Tief Axel zog dann weiter nach Osten und bescherte uns in Wien einen sehr verregneten Mittwoch. Im weiteren Verlauf beruhigt sich jedoch das Wetter allmählich von Westen her zunehmend. Wetterverschlechterung ist aus heutiger Sicht erst wieder am Sonntag in Sicht. Jeden Tag aktuelle Prognosen für Wien gibt es natürlich auch unter wetter-wien.wien.

Artikel erschienen am    22. Mai 2019  | 

Schreibe einen Kommentar