Nordatlantische Oszillation: Azorenhoch und Islandtief- Farbe zeigt Temperaturverteilung in 2m Höhe. Daten: GFS/NOAAAzorenhoch und Islandtief; schematische Darstellung mit Isobaren im Abstand von 5 hPa - Farbe zeigt Temperaturverteilung in 2m Höhe. Daten: GFS/NOAA
Die nordatlantische Oszillation beschreibt das Verhältnis von Islandtief und Azorenhoch, den für Europa in der Westwinddrift maßgeblichen Wettersystemen.

Dabei ist die Luftdruck-Differenz zwischen dem Islandtief und dem Azorenhoch entscheidend für die nordatlantische Oszillation (NAO). Der sogenannte NAO-Index bezeichnet Lage und Stärke des Luftdruckunterschieds zwischen den beiden Systemen. Die Auswirkungen der NAO sind nicht nur über dem Atlantik sondern auch in Europa und bis zur Ostküste Amerikas nachweisbar. Den größten Einfluss auf das Wetter nimmt die NAO in den Wintermonaten.

Wenn sowohl das Azorenhoch als auch das Islandtief stark ausgeprägt sind spricht man von einer positiven NAO. Ein schwacher Gegensatz zwischen diesen beiden Systemen entspricht einer negativen NAO.

Wie wirkt die Nordatlantische Oszillation auf das Wetter in Europa?

Ein positiver NAO-Index bringt Mitteleuropa im Winter mildere Temperaturen. Der Grund dafür ist, dass milde Atlantikluft bis weit in den Kontinent hinein gelangen kann. Gleichzeitig kommt es durch die feuchte Luft auch zu mehr Niederschlag in Mitteleuropa. Ein negativer NAO-Index hingegen sorgt in Mitteleuropa für niedrigere Temperaturen, weil die Westwinddrift schwächer ausgeprägt ist. Dadurch gelangt weniger milde Atlantikluft heran, allerdings bleibt es dadurch auch trockener.

Der NAO-Index liefert somit einen Anhaltspunkt dafür ob ein mitteleuropäischer Winter im Durchschnitt mild und niederschlagsreich oder eher trocken und kalt wird.

Artikel erschienen am    23. November 2018  | 

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