Eine angeschneite Blume. Dieses Bild kann einem diese Tage bei einem Spaziergang durchaus unterkommen.Eine angeschneite Blume. Dieses Bild kann einem diese Tage bei einem Spaziergang durchaus unterkommen.

Der vergangene Mittwoch bis Freitag lud bereits schon zum Sonnenbaden auf den Balkon ein. Die Vögel sangen, die Blumen blühten, die Temperatur kletterte in Wien zeitweise auf über 20 °C und es herrschte bereits eine Frühlingsstimmung wie Ende April. Doch dann begann am Freitag um 04.49 offiziell der astronomische Frühling. Gleichzeitig verabschiedete sich das Wetter von Sonne und hohen Temperaturen, und der Winter kam zurück. Wobei „zurück“ vielleicht übertreiben ist, denn man kann schon das Gefühl haben er war in der Saison 2019/2020 nie wirklich in Wien.

Winter in Wien um + 2,8 °C zu warm

Der meteorologische Winter (Monate Dezember bis Februar) fiel ungewöhnlich warm aus. An der ZAMG-Station Wien wurde eine durchschnittliche Temperatur von 4,3 °C gemessen. Der klimatologische Normalwert aus dem Zeitraum von 1981 bis 2010 für diese Periode liegt jedoch bei 1,5 °C (Abweichung von + 2,8 °C). Dieser Trend hielt bis zum aktuellen Wochenende an, denn der März liegt aktuell (Stand 22.03) um + 4°C über dem klimatologischen Mittel.

Hoch Jürgen bringt Wintergruß

Diese zu warme Periode wird nun mit einem Wintergruß von Hoch Jürgen beendet. Sein Zentrum liegt über Südschweden und transportiert energiearme Luftmassen aus Westrussland bis in den Alpenraum. Doch das typisch sonnige Wetter eines Hochdruckgebiets bleibt aus, da in der Höhe ein Trog für Hebung und damit einhergehende Wolkenbildung sorgt. Aus diesen Wolken kann es am Sonntag in höheren Lagen sogar vereinzelte Schneeflocken geben. Dieser Niederschlag ist jedoch keinesfalls ergiebig und wird nicht liegen bleiben. Folgendes Bild zeigt die aktuelle Wetterlage.

Hoch Jürgen über Südschweden transportiert energiearme Luftmassen von Nordosten nach Österreich. Salopp wird eine solche Wettersituation auch als Russlanddüse bezeichnet.
Hoch Jürgen über Südschweden transportiert energiearme Luftmassen von Nordosten nach Österreich. Salopp wird eine solche Wettersituation auch als Russlanddüse bezeichnet. Quelle: DWD

Keine Änderung in Sicht

An dieser Wetterlage wird sich auch in den nächsten Tagen nicht viel ändern. Während Hoch Jürgen weiter nach Osten Richtung Russland wandert, dreht der Wind hierzulande zunehmend auf Ost, was jedoch dem Heranschaffen von energiearmen und kalten Luftmassen nicht abtut. Der Höhentrog tropft unterdessen ab und treibt weiterhin über dem Alpenraum sein Unwesen, wodurch es auch in Wien immer wieder zu Niederschlägen kommen kann. Besonders am Mittwoch steht die Chance / das Risiko auf Schneeflocken in Wien sehr hoch. Die Temperaturen werden in den Nächten unter den Gefrierpunkt fallen. Untertags klettern sie nie über 5 °C. Wärmere Verhältnisse und eine Ende dieses Wintergrußes erwarteten uns frühestens am Donnerstag.

So viel zum aktuellen Wettergeschehen aus meteorologischer Sicht. Natürlich gibt es wie gewohnt täglich aktuelle Prognosen auf unserer Startseite wetter-wien.wien.

Artikel erschienen am    22. März 2020  | 

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