Eine Langzeitbelichtung der Perseiden. Im Hintergrund ein Nebenast der Milchstraße.Eine Langzeitbelichtung der Perseiden. Im Hintergrund ein Nebenast der Milchstraße.

Bevor wir zu den aktuellen Beobachtungsbedingungen kommen sollten wir klären was Sternschnuppen eigentlich sind.

Sternschnuppen: Verglühender Staub

Erst vor wenigen Wochen gab es das letzte astronomische Himmelsschauspiel über Wien zu beobachten: Den Kometen Neowise. Wie damals beschrieben gast ein solcher Komet vor allem in Sonnennähe aus und verstreut kleine Gesteinsteile in seiner Umlaufbahn. Diese Mikropartikel sind nicht größer als ein Sand- oder Staubkorn und verglühen bei Eintritt in die Erdatmosphäre. Von der Oberfläche aus sind nun 2 Dinge zu beobachten:

  1. Ein schneller heller Punkt, nämlich das verglühende Sandkorn.
  2. Eine Plasmaspur hinter dem eigentlichen Meteor. Durch die Reibung erhitzt sich die Luft sehr stark, und einzelne Atome in der Atmosphäre werden angeregt und auf ein höheres Energieniveau gehoben. Beim Zurückspringen in den Ausgangszustand emittieren diese das Licht, welches wir als Schweif wahrnehmen.

Doch die Perseiden haben nichts mit der vergangenen Sichtung von Neowise zu tun. Für sie ist ein anderer Komet namens 109P/Swift-Tuttle verantwortlich. Er kam das letzte Mal im Jahr 1992 in Sonnennähe und verabschiedete sich dabei für eine lange Zeit. Das nächste Mal besucht er unsere Umgebung erst im Jahr 2126.

Doch jedes Jahr um den 12. August kreuzt unsere Umlaufbahn die Staubreste des Kometen. Daher erreichen die Perseiden auch zu diesem Zeitpunkt ihr Maximum. In der kommenden Nacht können an perfekten Standorten bis zu 100 Sternschnuppe pro Stunde gezählt werden.

Perseiden über Wien: Die Beobachtungsbedingungen

Mit nahezu perfekten Beobachtungsbedingungen wird es heute Abend viele Möglichkeiten geben einen der verwunschenen Staubpartikel am Himmel zu erhaschen. Das beständige Hochdruckgebiet der letzten Tage begleitet uns noch weiterhin und sorgt für wolkenlose Sicht auf die Perseiden über Wien.

Zwei Probleme gibt es jedoch trotzdem am heutigen Abend. Zum ersten sei hierbei die Lichtverschmutzung der Stadt genannt. In Wien direkt werden kaum über 6 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen sein. Empfehlenswert ist ein möglichst abgeschirmter Beobachtungsort mit freier Sicht nach Nordosten.

Das zweite Problem ist der Mond. Er geht ca um Mitternacht auf, und zerstört ab dann die Hoffnung auf Sichtungen. Durch seine Helligkeit erscheinen die Perseiden über Wien weniger hell und schlechter sichtbar. Zwischen 22 Uhr und 00 Uhr sollten allerdings abhängig von der Standortwahl ideale Bedingungen herrschen.

Allgemein ist zu sagen, dass die Perseiden von diversen Medien gerne sehr gepusht werden. In Wahrheit kehren sie jedes Jahr wieder und sind ein deutlich kleineres und häufigeres Himmelsschauspiel als Beispielsweise der Komet vor wenigen Wochen. Die wetter-wien.wien Redaktion wünscht trotzdem einen romantischen Abend unter den Sternschnuppen – Wir kümmern uns darum, dass zumindest Ihre Wetterwünsche zum Teil in Erfüllung gehen! 😉

Artikel erschienen am    12. August 2020  | 

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