Die Apfelblüte - Eines der klassischen Frühlingsfotomotive.Die Apfelblüte - Eines der klassischen Frühlingsfotomotive.

Bedingt durch die letzten Maitage war der Frühling 2020 gefühlt zu kühl. Doch dieser Eindruck täuscht, denn er lag trotz der regenreichen Periode deutlich über dem langjährigen klimatologischen Mittel.

Klimatologie Frühling 2020: + 0,8 °C zu warm

Im österreichweiten Vergleich lag die Durchschnittstemperatur um + 0,8 °C über dem 30-jährigen Mittelwert von 1981 bis 2010. Mit einer Abweichung von + 0,7 °C an der Hohen Warte liegt Wien hierbei im Mittelfeld. Besonders wichtig für diese Statistik waren die letzten Maitage. Sie senkten den Mittelwert erheblich. Der Monat April hatte in Wien eine Abweichung von + 1,6 °C. Wäre es so weiter durch den gesamten Mai gegangen, läge die Durchschnittstemperatur deutlich höher.

Zeitserie der täglichen Mitteltemperatur an der Klimastation Wien-Hohe Warte im Frühling 2020 (Monate März bis Mai 2020) ; Quelle: ZAMG
Zeitserie der täglichen Mitteltemperatur an der Klimastation Wien-Hohe Warte im Frühling 2020 (Monate März bis Mai 2020) ; Quelle: ZAMG

Die Temperaturextrema in Wien überspannen in der betrachteten Periode einen Bereich von 34,1 °C. Der Temperaturtiefstwert wurde am 31. März mit -6,3 °C in Mariabrunn gemessen, während am 8. Mai ein Maximum von 27,8 °C an der TAWES-Station Wien-Innere Stadt erreicht wurde.

Wenig Sommertage

Trotz der positiven Temperaturanomalie gab es unterdurchschnittlich wenige Sommertage im Frühling 2020. Nachdem wir über den ersten Sommertag in Wien bereits berichtet haben, traten an der Wetterstation Wien-Hohe Warte insgesamt 4 Tage mit einem Tageshöchstwert von mindestens 25 °C auf. Der statistische Wert zwischen den Jahren 1971 und 2000 liegt jedoch bei 5,8 Tage.

Der Grund hierfür lässt sich in dem relativ kühlen Maiende finden. Da an diesen Tagen die Sonne am höchsten im Frühling steht treten auch am häufigsten Sommertage auf. Fallen viele diese Tage nun kühler als im klimatologischen Mittel aus, reduziert sich die Gesamtzahl der Sommertage signifikant.

Klimatologie Frühling 2020: Starkes Niederschlagsdefizit

Obwohl es die letzten zwei Wochen gefühlt durchgeregnet hat, und auch tatsächlich sehr nennenswerte Regenmengen zustande gekommen sind, fiel die Periode von März bis Mai deutlich zu trocken aus. Im gesamtem März und April zusammengenommen fielen gerade mal 30 mm Niederschlag über Wien. Das ist enorm wenig, denn normal sollten in jedem der beiden Monate um die 50 mm Regen fallen.

Zeitserie des täglich-akkumulierten Niederschlages an der Wetterstation Wien-Hohe Warte im Frühling 2020 (Monate März bis Mai 2020) ; Quelle: ZAMG
Zeitserie des täglich-akkumulierten Niederschlages an der Wetterstation Wien-Hohe Warte im Frühling 2020 (Monate März bis Mai 2020) ; Quelle: ZAMG

Diese Aussichten waren Katastrophal für die Natur. Zum Glück schaffte es die zweite Maihälfte dieses Defizit zumindest etwas auszugleichen. 83 mm Regen wurden an der Klimastation Wien-Hohe Warte verifiziert. Für den gesamten Frühling macht das eine Gesamtniederschlagssumme von 113 mm. Damit zählt der Frühling 2020 zu den 15 trockensten seit Messbeginn.

Die Österreichkarte zeigt: Wien stellt hierbei keinen Einzelfall dar. Vielerorts war es sogar noch trockener (brauntöne).

Niederschlagsverteilung über Österreich im Frühling 2020 (Monate März bis Mai 2020) ; Quelle: ZAMG
Niederschlagsverteilung über Österreich im Frühling 2020 (Monate März bis Mai 2020) ; Quelle: ZAMG

Artikel erschienen am    1. Juni 2020  | 

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