Die Zugbahnen aller Tropischer Wirbelstürme, die zscihen 1980 und 2005 auftraten. Quelle: wikipedia, NilfanionDie Zugbahnen aller Tropischer Wirbelstürme, die zscihen 1980 und 2005 auftraten. Quelle: wikipedia, Nilfanion

Tropische Wirbelstürme gibt es in diversen Teilen der Welt. Sie treten bevorzugt im Sommer und Herbst auf und tragen je nach Regionen unterschiedliche Namen. Was im Pazifik vor der Küste Japans Taifun heißt, wird im Indischen Ozean vor der Ostküste Afrikas Zyklon genannt und über dem Atlantik an der Ostküste Amerikas ist von Hurrikanen die Rede.

Hurrikansaison 2020 im Detail

Die Hurrikansaison 2020 stellt einen neuen Rekord auf. Noch nie zuvor gab es so viele tropische Wirbelstürme über dem Atlantik wie im heurigen Jahr 2020. Mit Stand 20. November 2020 sind es 30 Wirbelstürme, wovon 13 als Hurrikan klassifiziert wurden. All diese Tiefs zusammen forderten bisher mindestens 415 Todesopfer und verursachten einen Schaden von zumindest 32,7 Milliarden Dollar (Daten aus Wikipedia).

Iota ist in dieser Saison der stärkste Sturm. Nach der Saffir-Simpson-Skala wurde er als Hurrikan der Kategorie 5 klassifiziert. Sein Kerndruck betrug zur stärksten Ausbildungsstufe 917 hPa und verursachte eine Windgeschwindigkeit von 260 km/h. Der Hurrikan traf in Mittelamerika bei Kolumbien auf Festland wo eine halbe Million Menschen direkt von ihm betroffen waren und nach wie vor sind.

Den bisherigen Rekord hielt das Jahr 2005 mit 28 tropischen Wirbelstürmen, wovon 15 als Hurrikan gelten.

Auswirkung der Hurrikans auf Europa

Auch Europa ist von Hurrikans immer wieder betroffen. Allerdings in einer deutlich abgeschwächten Form. Durch die Zirkulation über dem Atlantik und dem Azorenhoch gesteuert schaffen es quasi jährlich tropische Wirbelstürme bis an die Westküste Europas. Es ist dann die Sprache von Ex-Hurrikans. Aufgrund der niedrigeren Meerwassertemperaturen an der Oberfläche sind diese Wirbelstürme jedoch schon im Sterben und richten keine größeren Schäden als starke außertropische Tiefdruckgebiete an.

Gleich zwei Ex-Hurrikans vor Europa

In den vergangenen Tage kam es allerdings zu einer seltenen Konstellation: Gleich zwei Ex-Hurrikans befanden sich im Ostatlantik. Zum einen Theta, der noch vor der Küste Portugals verendete, und zum anderen Eta, der zu Niederschlägen über den britischen Inseln führte.

Gleich zwei Ex-Hurrikans tummeln sich vor der Westküste Europas. Quelle: www.wetter3.de
Gleich zwei Ex-Hurrikans tummeln sich vor der Westküste Europas. Quelle: www.wetter3.de

Neuer Rekord im Zusammenhang mit dem Klimawandel?

Diese Frage ist auch Gegenstand der aktuellen Forschung. Der Ozean erwärmt sich durch seine enorme Wärmekapazität deutlich langsamer als die Atmosphäre. Trotzdem ist auch hier eine Erhöhung der Temperatur beobachtbar. Zur Bildung eines tropischen Wirbelsturmes braucht es zumindest eine Meeresoberflächentemperatur von 27 °C. Mit fortschreitendem Klimawandel ist also auch eine Zunahme der Häufigkeit von Hurrikans zu erwarten.

Artikel erschienen am    20. November 2020  | 

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