Seismologie: Die Lehre von Entstehung und Ausbreitung von Erderschütterungen.Seismologie: Die Lehre von Entstehung und Ausbreitung von Erderschütterungen.

In einem Artikel der letzten Tage berichteten wir bereits über die Auswirkungen des Coronavirus auf die erhöhte Anzahl der Radiosondenaufstiegen. Doch das ist nicht der einzige Zusammenhang mit Meteorologie und allgemeiner Geowissenschaften.

Was ist Seismologie?

Das Wort Seismologie kommt vom altgriechischen Wort ‚seismós‘, was auf Deutsch Erschütterung heißt. Die Seismologie ist also die Lehre der Ausbreitung und Entstehung von Erschütterung in Körpern. Umgemünzt auf unseren Planeten beschäftigt sich dieses Teilgebiet der Naturwissenschaften mit der Entstehung und Ausbreitung von Erdbeben.

Gemessen werden Erderschütterungen von sogenannten Seismographen/Seismometern an Seismographischen Stationen. Ein Beispiel für eine solche Station ist das von der ZAMG betriebene Conrad-Observatorium rund 50 km südwestlich von Wien. Aktuelle Messdaten von diesem finden Sie frei zugänglich auf der Homepage der ZAMG.

COVID und Seismologie

Von einer steirischen Erdbebenstation der ZAMG wurde ein spannender Zusammenhang zwischen COVID und Seismologie festgestellt. Hierbei ist wichtig zu erwähnen, dass jede Bewegung auf der Erdoberfläche zu einer Erschütterung der Erdoberfläche führt. Leichte Bewegungen wie menschliche Schritte führen natürlich zu geringeren Schwingungen als ein fahrender LKW oder ein landendes Flugzeug.

In einem kleinen Experiment kann man dieses Phänomen demonstrieren. Stellen Sie sich zu zweit, in einem Abstand von 1 oder 2 Metern nebeneinander auf eine Wiese. Nun soll einer von Ihnen so hoch er kann springen und beim Landen ordentlich in den Boden stampfen. Die zweite Person wird überrascht sein wie intensiv dieser Sprung durch eine Vibration des Bodens zu spüren ist.

Der Zusammenhang zwischen dem COVID und Seismologie liegt nun schon auf der Hand. Durch die verordneten Ausgangsbeschränkungen, ist weniger Verkehr auf der Straße unterwegs, weniger Flugzeuge unterwegs und mehr Leute in ihren eigenen 4 Wänden. Diese Reduktion der menschlichen Aktivität konnte nun sogar von der ZAMG gemessen werden.

Messdaten der Erdbebenstation in Admont während der Einführung der Ausgangsbeschränkungen im Zuge des Coronavirus. Quelle: ZAMG
Messdaten der Erdbebenstation in Admont während der Einführung der Ausgangsbeschränkungen im Zuge des Coronavirus. Quelle: ZAMG

Auf dem Bild ist der Verlauf der seismischen Aktivität im steirischen Admont zu sehen. Ein durchschnittlicher Tag unter der Woche gleicht demnach eher einem Wochenendtag zu normalen Zeiten.

Da nun viele dieser vom Menschen hervorgerufenen Bewegungen wegfallen, gelingt es jetzt auch schwächere Erdbeben, welche sonst durch den Rost fallen, zu registrieren. Daher gilt zusammenfassend: Die oftmals beschriebene Ruhe durch das Coronavirus lässt sich sogar messen.

Artikel erschienen am    17. April 2020  | 

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