MonsunWechsel zwischen enormen Niederschlägen und extremer Trockenheit.Monsun: Wechsel zwischen enormen Niederschlägen und extremer Trockenheit.

Physikalischer Hintergrund: Analogie zum Land-See-Wind

Der Monsun kann ident wie der Effekt des Land-See-Windes erklärt werden. Die verantwortliche physikalische Kenngröße ist die spezifische Wärmekapazität eines Stoffes. Ist diese bei zwei Materialien verschieden, so erwärmen sich diese unterschiedlich schnell. Selbiges gilt auch für den Abkühlvorgang. Anders als beim Land-See-Wind wird jetzt allerdings als Kontrast zwischen geheiztem und ungeheiztem Zustand, nicht Tag und Nacht herangezogen, sondern Sommer und Winter. Auch in der räumlichen Skala sind deutliche Unterschiede zu vermerken. So ist der Land-See-Wind ein Phänomen, welches nur in Küstennähe auftritt, während der Monsun über mehrere 100 Kilometer ins Landesinnere und in den indischen Ozean reicht.

Gebirge in Indien Monsun im Winter, keine Regenzeit alles ist braun

Monsun im Winter

Die indischen Landmassen erwärmen sich im Laufe des Sommers wesentlich stärker, was zu einem Aufsteigen der darüber befindlichen Luft führt. Über dem kühleren Meer sinken diese wieder ab und strömen in Bodennähe auf das Land zu und werden erst von dem Himalaya-Gebirge gestoppt. Im Winter ist genau der umgekehrte Fall zu beobachten. Es sinken nun die Luftmassen über dem kühleren Kontinent ab und wehen auf das wärmere Meer, wo sie wiederum aufsteigen.

Der Sommer-Monsun

Auf dem Weg über das Meer in Richtung der Landmassen kann die Luft eine Menge Feuchte aufnehmen. Intensiviert wird dieser Effekt durch eine sehr warme Meeresströmung im indischen Ozean. Ist das Land erreicht führen die Aufwärtsbewegungen aufgrund des erwärmten Bodens und der Gebirge zu starken Niederschlägen. Am Himalaya trifft die Strömung allerdings auf ein unüberwindbares Hindernis, wodurch hier auch die größten Regenmengen zu erwarten sind.

Der Winter-Monsun

Die Luft sinkt nun über dem Kontinent ab, und es bildet sich ein sehr stabiles Hochdruckgebiet über Indien. Diese Absinkbewegung führt typischerweise zum Ausfall des Niederschlags. Da beim Überstreichen des Landes auch keine nennenswerte Feuchtigkeit von der Luft aufgenommen werden kann, halten sich auch die Regenmengen über dem indischen Ozean im Winter in Grenzen.

Folgende Bilder sollen den Unterschied zwischen Sommer- und Winter-Monsun verdeutlichen. Zu sehen ist ein Ausschnitt aus dem Gebirge Westghats, welches an der Westküste Indiens verläuft. Oberes Bild wurde im regenreichen Sommer aufgenommen, während unteres Foto aus dem trockenen Winter stammt.

BIld des Gebirges in Indien, Monsun im Sommer, alles ist grün

Monsun im Sommer

Gebirge in Indien Monsun im Winter, keine Regenzeit alles ist braun

Monsun im Winter

Die Auswirkungen des Monsuns

Der Monsun führt einerseits zu einer enormen Regenzeit mit dem Maximum in den Monaten von Juni bis August, während in den Monaten von November bis Februar eine Trockenzeit vorherrscht. Verdeutlicht soll das am Beispiel von Cherrapunji werden. Dieser Ort gilt als der weltweite Niederschlagshotspot, liegt an der Südseite des Himalaya-Gebirges und ist somit stark vom Monsun geprägt. Im Juni fallen hier im Durchschnitt 2695 mm Regen. Ganz anders im Dezember, wo lediglich 13 mm Niederschlag zu vermerken sind. Aufsummiert fallen dort innerhalb eines Jahres im klimatologischen Mittel 10798 mm Regen.

Als kleiner Vergleich: In Wien sind es jährlich rund 700 mm.

Artikel erschienen am    27. November 2018  | 

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