Klimatologie 1766 - 2000; Quelle: www.zamg.ac.at

Diese Grafik zeigt es eindeutig: Seit der Jahrtausendwende stiegen die Jahresdurchschnittstemperaturen immer weiter an. In der Vergangenheit gab es schon immer einzelne wärmere Jahre. Eine durchgehende, über Jahrzehnte anhaltende, Periode wurde allerdings noch nicht beobachtet.

Wien Hohe Warte: +2,0 °C über dem Mittel

Die mittlere Lufttemperatur zwischen 1981 und 2010 beträgt 11,0 °C. Im Jahr 2018 betrug sie 13,0 °C und liegt somit 2,0 °C über dem langjährigen Mittel. Noch drastischer ist der Vergleich mit den Jahren, denn hier beträgt die Abweichung + 2,7 °C.

Temperaturverlauf 2018; Quelle: www.zamg.ac.at

Auf diesem Bild ist auch die Kältewelle zu Beginn des Jahres zu sehen. Ende Februar und Anfang März waren die kältesten Tage des Jahres in Wien. Während diesen frostigen Tagen wurde auch am 1. März mit -17,4 °C in Mariabrunn der Temperaturtiefstwert in Wien im Jahr 2018 gemessen. Weitere solche Rekorde, auch aus anderen Bundesländern, finden sich auf der Homepage der ZAMG.

Die warme Periode ab April war zudem von einer Vielzahl an Gewittern begleitet. Diese dienten in dieser Zeit als einzige Niederschlagsquelle, da wochenlang keine Front über Österreich hinwegzog.

Niederschlag: In Wien im Mittel jedoch unregelmäßig

Die Niederschlagsmenge entspricht, zumindest in Wien, ungefähr dem langjährigen Mittel. An der Station Wien Hohe Warte sind im gesamten Jahr 2018 717 mm Regen oder geschmolzener Schnee gefallen. Der klimatologische Mittelwert in der Periode zwischen 1981 und 2010 liegt bei 664 mm Niederschlag. Die folgende Grafik verdeutlicht jedoch wie zeitlich ungleichmäßig dieser gefallen ist.

Niederschlag 2018 Wien-Hohe Warte; Quelle: www.zamg.ac.at

Vor allem die Frühlings- und Sommermonate waren von großer Trockenheit geprägt. Bis in den September war das ganze Jahr zu trocken. In kürzester Zeit sind auffallend oft erhebliche Regenmengen zusammengekommen, welche von den ausgetrockneten Böden gar nicht gut aufgenommen werden konnten. Die Folge waren immer wieder Murenabgänge und kleinere Überflutungen in ganz Österreich.

Österreichweiter Vergleich

Die nachstehende Karte zeigt, dass ganz Österreich zu warm verlief. Die großflächigsten Maxima waren dabei in Nieder- und Oberösterreich zu finden. Die Station Linz-Stadt etwa verifizierte eine um 2,3 °C zu warme Jahresdurchschnittstemperatur.

Temperatur 2018; Quelle: www.zamg.ac.at

Der Gesamtniederschlag liegt über nahezu dem gesamten Bundesgebiet nahe am klimatologischen Mittel. Nur in Nieder-, Oberösterreich und Vorarlberg lassen sich einige zu trockene Flecken finden. Der Rest Österreichs erhielt sogar mehr Niederschlag als im klimatologischen Mittel.

Niederschlag 2018; Quelle: www.zamg.ac.at

Anfang Februar wird ein klimatologischer Rückblick über den ersten Monat des noch frischen Jahres 2019 erscheinen. Bis dahin bleibt die Hoffnung auf ein klimatologisch, vor allem unter Betrachtung der Temperatur, normaleres Jahr 2019.

Artikel erschienen am    1. Januar 2019  | 

Schreibe einen Kommentar