Ein häufiges Bild im Oktober: Wien versinkt im Nebel. Webcambild von der Donaucity Richtung Reichsbrücke und Mexikoplatz. Quelle: https://www.foto-webcam.euEin häufiges Bild im Oktober: Wien versinkt im Nebel. Webcambild von der Donaucity Richtung Reichsbrücke und Mexikoplatz. Quelle: https://www.foto-webcam.eu

Vom Frosttag bis hin zum Sommertag war alles während des vergangenen Monats in Wien vertreten. Der Temperaturhöchstwert wurde mit 26,7 °C am 1. Oktober an der ZAMG Messstation Wien-Innere Stadt verfiziert. Das Minimum genau eine Woche später am 8.10 in Mariabrunn, wo die Temperatur nachts auf – 0,7 °C sank.

Wien + 1,8 °C zum langjährigen Mittel

An der Station Wien Hohe Warte lag die Durchschnittstemperatur um + 1,8 °C über dem 30-jährigen Mittel von 1981 bis 2010. Somit waren 18 der letzten 19 Monate wärmer als der Durchschnitt. Wien zählte im Oktober jedoch nicht zu den wärmsten Orten, denn im österreichweiten Mittel betrug die Temperaturabweichung + 2,0 °C. Die folgende Abbildung zeigt den genauen Verlauf der Temperatur in Wien.

Temperaturverlauf im Oktober 2019 an der ZAMG-Statetion Wien-Hohe Warte. Quelle: https://www.zamg.ac.at
Temperaturverlauf im Oktober 2019 an der ZAMG-Station Wien-Hohe Warte. Quelle: https://www.zamg.ac.at

Es gab eine sehr lange Nebel- und Hochnebelphase Mitte Oktober wodurch die subjektive Wahrnehmung über die Klimabilanz getrübt sein kann. Dieses Wetter wird nicht als sonderlich freundlich und warm wahrgenommen. Die Tagesdurchscnittstemperatur liegt in dieser Zeit jedoch trotzdem über dem langjährigen Mittel. Der Grund hierfür liegt in der verhinderten Abstrahlung in den Nächten. Durch den Hochnebel blieb es zwar tagsüber verhältnismäßig kühl, es gab aber auch Nachts keine große Temperaturänderung. Der Tagesgang der Temperatur war somit oftmals nur sehr schwach ausgeprägt, was eine hohe Tages- und Monatsdurchscnittstemperatur verursacht.

Nebel typisch für Herbstmonate

Trotz der vielen Nebeltage gab es an der Klimastation Wien-Hohe Warte 135 Sonnenstunden im Oktober. Dieser Wert liegt extrem nah an dem klimatologischen Mittel von 133 Stunden. Dichter und oft auch anhaltender Nebel ist also klimatologisch gesehen nichts auffälliges für diese Jahreszeit.

Kaum Niederschlag

Nennenswerte Regenmengen gab es nur im ersten Drittel des Oktobers. Ab dem 10. fielen nur mehr einige wenige Millimeter Regen. Gesamt waren es statt der üblichen 38 mm lediglich 26 mm. Durch viele Nordwestlagen war die Nordseite der Zentralalpen stark begünstigt. Von Vorarlberg bis ins westliche Oberösterreich fiel mehr Regen als im klimatologischen Mittel üblich. Diese Zweiteilung Österreichs kommt in folgender Abbildung gut zur Geltung:

Relative Niederschlagsmenge im Oktober 2019 in Österreich. Quelle: https://www.zamg.ac.at
Relative Niederschlagsmenge im Oktober 2019 in Österreich. Quelle: https://www.zamg.ac.at

Global betrachtet steuern wir erneut auf eines der wärmsten Jahre der Messgeschichte zu. Es ist ein deutliches Zeichen für einen vom Menschen extrem beschleunigten Klimawandel, dass wir den erst letztes Jahr aufgestellten Negativrekord schon wieder brechen könnten.

Artikel erschienen am    4. November 2019  | 

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