Österreichweite Temperaturverteilung im Mai 2019. Insgesamt lag er um 2,8 °C unter dem Durchschnitt. Quelle: ZAMGÖsterreichweite Temperaturverteilung im Mai 2019. Insgesamt lag er um 2,8 °C unter dem Durchschnitt. Quelle: ZAMG

Der vergangene Mai war der erste nach 13 Monaten in Folge, der kühler als das klimatologische Mittel ausfiel. Er beendete die Dürre vielerorts und brachte jede Menge Regen und in den Alpen sogar noch Schnee.

Wien Hohe Warte: 13,7 °C

Die Durchschnittstemperatur im Wonnemonat Mai lag an der ZAMG-Klimastation Wien-Hohe Warte bei 13,7 °C. Dies ist um 2,3 °C kühler als im 30-jährigen Mittel von 1981 bis 2010. In Mariabrunn lag die tiefste im Mai gemessene Temperatur am 8.Mai bei -0,6 °C. Der Rekordhalter des Maximums ist wieder einmal die Station Wien-Innere Stadt, wo die Tageshöchsttemperatur am 25.Mai auf 26,1 °C kletterte. Dies entspricht einem Sommertag, von welchen es im gesamten Mai 2 gab. Der zeitliche Verlauf der Tagesdurchschnittstemperatur  kann aus nachstehender Grafik der ZAMG abgelesen werden. Deutlich zu erkennen sind immer wieder kehrende Kältewellen.

Temperaturverlauf im Mai 2019 an der Station Wien-Hohe Warte. Quelle: ZAMG
Temperaturverlauf im Mai 2019 an der Station Wien-Hohe Warte. Quelle: ZAMG

Trotz der vergangenen zu kühlen 31 Tage liegt das bisherige Jahr 2019 deutlich über dem langjährigen Klimamittel. Österreichweit um +0,7 °C, in Wien beträgt die Abweichung +1,2 °C. Diese Zahlen in Kombination mit dem vergangenen Mai verdeutlichen erst um wie viel zu warm die ersten 4 Monate des Jahres waren!

200 % Niederschlag im Mai

Einen richtigen Ausreißer stellt der in Wien gemessene Gesamtniederschlag im Mai dar. Statt den in Wien üblichen 71 mm wurden gleich 147 mm Regen gemessen. Es fielen somit knapp mehr als 200% des üblichen Monatsniederschlages. Doch der Wiener Raum ist mit diesem Wert kein Einzelfall. Wie bereits berichtet kam es auch im Westen Österreichs zu einem lange anhaltenden Starkregenereignis. Die österreichweite Verteilung der Monatsniederschläge ist in folgender Abbildung dargestellt. Nur im Süden Österreichs sind einzelne zu trockene Stellen zu finden. Der starke Niederschlag war nach den vorhergegangenen trockenen Monaten März und April auch enorm wichtig für die Natur, denn jetzt sind die Wasserspeicher wieder gut aufgefüllt.

Österreichweite Niederschlagsverteilung im Mai 2019. Enorm viel Niederschlag im Norden. Quelle: ZAMG
Österreichweite Niederschlagsverteilung im Mai 2019. Enorm viel Niederschlag im Norden. Quelle: ZAMG

Ein erschreckender Blick zum Meereis

Wie bereits vor einigen Wochen berichtet kam die kalte Luft aus der Polarregion zu uns in den zentraleuropäischen Raum. Als Ausgleichsströmung gelangten über den Atlantik wärmere und energiereichere Luftmassen in den Norden, was dort zu einer deutlich zu warmen Periode führte. Bemerkbar macht sich dieser Effekt am Polareis, denn dieses schrumpfte beängstigend zurück und hat mittlerweile Werte erreicht die eher im Spätsommer zu erwarten wären.

Aktuelle Lage der Meereisbedeckung über der Arktis. Quelle: https://nsidc.org/arcticseaicenews/
Aktuelle Lage der Meereisbedeckung über der Arktis. Quelle: https://nsidc.org/arcticseaicenews/

Die gelbe Linie in dieser Karte gibt an wo die Grenze des Meereises zu dieser Jahreszeit normal verlaufen sollte. Die tatsächliche Grenze verläuft derzeit jedoch leider deutlich näher am Pol. Besonders markant sind Punkte wie die Beringstraße (Meeresenge zwischen Amerika und Asien), denn sie ist bereits jetzt eisfrei. Karten wie diese finden sich auf der Homepage nsidc.org oder dem Meereisportal.

Artikel erschienen am    5. Juni 2019  | 

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