Tannenzweige, Bockerl und Zimtstangen. Die Kombination dieser Zutaten ist Weihanchten in Person - Nur eben ohne Schnee!Auf den Tannenzweigen wollte heuer nicht einmal der Kunstschnee liegen bleiben.

Mit dem Dezember endete auch das Kalenderjahr 2019. Über dieses Kapitel wird jedoch noch ein gesonderter Artikel erscheinen. Er wird dann das volle vergangene Jahr analysieren, und sogar auch einige Worte über das abgeschlossene Jahrzehnt verlieren. Nun jedoch zu einem wesentlich kürzerem Zeitraum von 31 Tagen: Klimatologie Dezember 2019!

Die Klimatologie Dezember 2019 im Überblick

Zusammengefasst kann man sagen, dass der vergangene Monat im gesamten Bundesgebiet zu warm ausfiel. Laut der ZAMG zählt er sogar zu den 15 wärmsten Dezember seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Sehr hohe Variabilität weißt die Kenngröße des Gesamtniederschlages auf. Ist im folgenden Text übrigens die Rede vom „klimatologischen Mittel“, so bezeichnet das den 30-jährigen Mittelwert von 1981 bis 2010.

+2,5 °C in Wien Hohe Warte

An der Klimastation Wien Hohe Warte wurde eine Anomalie der Monatsmitteltemperatur von +2,5 °C verifiziert. Statt der im Dezember üblichen +1,5 °C lag sie bei +4,0 °C. Diese höhere Temperatur geht auch mit einer erhöhten Sonneneinstrahlung einher. Hier liegt das Plus bei ganzen 21 Sonnenstunden, was einem Mehrwert von 40 % entspricht.

Der Temperaturtiefstwert wurde einmal mehr an der TAWES-Station Wien-Mariabrunn erreicht. In der Nacht auf den 12.12 fiel das Temperaturminimum hier auf -8,2 °C. Das Gegenteil war mit +14,7 °C nur kurz vor Weihnachten am 21.12 in der Inneren Stadt erreicht. Spätestens mit diesen Temperaturen waren auch die letzten Hoffnungen auf weiße Weihnachten zerstört.

Im Österreichweiten Vergleich zählt Wien jedoch nicht zu den relativ gesehen wärmsten Orten. Wie die folgende Abbildung zeigt fiel der Dezember 2019 beispielsweise im Salzkammergut noch extremer aus. Die höchste Abweichung vom klimatologischen Mittel betrug sogar +3,6 °C.

Österreichweite Karte der Temperaturanomalie im Dezember 2019. Quelle: ZAMG
Österreichweite Karte der Temperaturanomalie im Dezember 2019. Quelle: ZAMG

Hochvariabler Niederschlag

Variabilität kann in 2 Dimensionen auftreten. Nämlich als räumlicher und zeitlicher Unterschied. Die Niederschlagsmenge im Dezember zeigt beide dieser Merkmale. Das folgende Bild verdeutlicht die geographische Verteilung der Gesamtniederschlagsmenge über Österreich.

Österreichweite Karte der Niederschlagsverteilung im Dezember 2019. Quelle: ZAMG
Österreichweite Karte der Niederschlagsverteilung im Dezember 2019. Quelle: ZAMG

Maxima (blau) und Minima (rötlich-orange) liegen scheinbar unregelmäßig verteilt über dem Bundesgebiet. Unter Betrachtung der Bundesländer blieb Oberösterreich am trockensten. Dortzulande fiel um 14 % weniger Niederschlag als im klimatologischen Mittel.

Die zeitliche Variabilität des Niederschlags lässt sich am Beispiel von Wien-Hohe Warte sehr gut verdeutlichen. Bei Betrachtung der Zeitreihe (nachstehend) ist erkennbar, dass nahezu der gesamte im Dezember gefallen Niederschlag zwischen 21. und 25. Dezember vom Himmel kam. Den Rest des Monats war es außergewöhnlich trocken.

Zeitserie des Niederschlages an der Wetterstation Wien-Hohe Warte. Quelle: ZAMG
Zeitserie des Niederschlages an der Wetterstation Wien-Hohe Warte. Quelle: ZAMG

Solche Zeitserien können ein trügerisches Bild vermitteln. Auf den ersten Blick passt die Gesamtniederschlagsmenge sehr gut zum 30-jährigen Mittelwert. Allerdings hat die Natur und ihre Pflanzen doch relativ wenig Freude mit so einem Bild, da nahezu der gesamte Regen in kurzer Zeit fiel. Dadurch kann weder der Boden noch die Pflanzen das gesamte zur Verfügung gestellte Wasser aufnehmen.

Wetter-Statistik 2019 – Alle Monate im Überblick:

Artikel erschienen am    4. Januar 2020  | 

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