Okklusion: Zusammenschluss von Warmfront und Kaltfront auf einer Bodenwetterkarte Europas; Grafik: DWD-Deutscher WetterdienstWarmfronten und Kaltfronten auf einer Bodenwetterkarte Europas - zwischen den Pyrenäen und Island befindet sich eine Warmfront, dahinter eine Kaltfront. Zwischen Island und Irland hat die Kaltfront die Warmfront bereits eingeholt und es ist eine Okklusion entstanden; Grafik: DWD-Deutscher Wetterdienst
In Wetterberichten ist oft von Kaltfronten die Rede. Auch auf Wetterkarten spielen Fronten – neben der Kaltfront gibt es auch eine Warmfront bzw. eine Mischung daraus, die man okkludierte Front oder Okklusion  nennt – eine wichtige Rolle.

Was ist eine Kaltfront?

Zurück zur Kaltfront: Diese bezeichnet eine Luftmassengrenze, also den Übergangsbereich zwischen zwei Luftmassen. Dieser ist für gewöhnlich zwischen 20 und 200 Kilometer breit. Auf der einen Seite befindet sich relativ warme Luft, auf der anderen Seite eine relativ kalte Luftmasse. Auf der Vorderseite der Kaltluft befindet sich deren Front. Diese Frontlinie verläuft vom Boden aus gesehen nicht einfach senkrecht nach oben, sondern gekrümmt. Grund dafür ist, dass sich die kalte Luft wie ein Keil unter die warme Luft schiebt. Am Boden ist die Front schon weiter vorangekommen als in höheren Luftschichten.

Eine Kaltfront auf der Wetterkarte

Auf Bodenwetterkarten wird eine Kaltfront meist mit einer blauen Linie eingezeichnet. Entlang der Linie finden sich Dreiecke, die ähnlich wie Pfeilspitzen die Bewegungsrichtung der Front anzeigen. Die Linie markiert dabei jenen Punkt, an dem sich die Front am Boden befindet.

So wirkt eine Kaltfront auf das Wetter

Weil sich die kalte Luft unter die warme Luft schiebt, labilisieren sich die Luftmassen. Die warme Luft gleitet auf die kalte Luft auf und nimmt dabei Feuchtigkeit (als Wasserdampf) mit (siehe auch Hoch– bzw. Tiefdruckgebiet). Diese Feuchtigkeit kondensiert in höheren Luftschichten, es bilden sich Quellwolken. Die Passage der kalten Front bringt also Bewölkung und Schauer, zum Teil auch heftige und kühle Windböen, weil starke vertikale Luftbewegungen stattfinden,

Rückseitenwetter

Nach Passage der Kaltfront spricht man vom Rückseitenwetter. Charakteristisch hierfür: Der Luftdruck steigt (weil viel kalte Luft absinkt). Andererseits sinken die Temperaturen (Sie ahnen es: weil die kalte Luft absinkt) und auch der Taupunkt (weil die kalte Luft weniger Feuchtigkeit enthält). Die Wolken lockern auf, die Luft wird klar.

Maskierte Kaltfront

Im Winter ist es in unseren Breiten möglich, dass mit einer kalten Front wärmere Luftmassen heranziehen. Während einer längeren Hochdruckphase kühlt die Luft über dem Festland in den Wintermonaten stark ab, weil die schwache Sonneneinstrahlung den Boden und damit auch die unteren Luftschichten kaum erwärmt. Mit einer Kältefront, die recht milde maritime Luft – etwa vom Atlantik – heranführt, können die Temperaturen dann sogar steigen. Man spricht in diesem Fall von einer maskierten Kaltfront.

Artikel erschienen am    20. August 2017  | 

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