Hochnebel © Curt ThemesslHochnebel © Curt Themessl
Hochnebel ist zwar streng genommen eine Nebelart (Abkühlungsnebel), im wesentlichen handelt es sich dabei aber um nichts anderes als eine tief liegende und dichte Wolkenschicht.

Wie bildet sich Hochnebel?

Hochnebel bildet sich meist dann, wenn feuchte Luft an einer Inversion abkühlt. Eine Inversion ist eine Temperaturumkehrschicht in der Atmosphäre. Das hört sich kompliziert an, ist aber im Prinzip recht einfach: Normalerweise ist Luft in Bodennähe am wärmsten und wird mit zunehmender Höhe immer kälter. Der Grund dafür ist Sonneneinstrahlung. Diese erwärmt den Boden, der wiederum seine Wärme an die Luft abgibt. Die warme Luft steigt auf und kühlt sich dabei stetig ab.

Bei einer Inversion findet sich dagegen eine Luftschicht in der Höhe, die wärmer als die darunter liegende Luft ist. Diese Schicht wirkt wie ein Deckel – sie verhindert, dass die Luft vom Boden weiter aufsteigen kann. Damit ist ein vertikaler Luftaustausch nicht mehr möglich.

An der Inversionsgrenze sammeln sich Partikel wie Staub oder Ruß an, an denen feuchte Luft kondensiert. So entsteht nach und nach eine Wolkenschicht. Im Spätherbst und vor allem in den kalten Wintermonaten kühlt der Boden sehr stark ab und kühlt auch die unteren Luftschichten. Dann bilden sich in Tälern und Beckenlagen Kaltluftseen. Weil die Entstehung einer Inversion durch Hochdruckgebiete begünstigt wird, sind es im Winter vor allem langlebige und ruhige Hochdrucklagen, die für zähen und oft tagelang anhaltenden Hochnebel sorgen. In Großstädten sammeln sich unter der Nebelschicht Schadstoffe an, was zum Auftreten von Smog führen kann.

Warum der Hochnebel Wien liebt

Das Wiener Becken ist ein klassisches Hochnebelgebiet. Aus Osten bzw. Südosten kann in den Wintermonaten kalte Luft aus der pannonischen Tiefebene einsickern. An den Hügeln des Wienerwaldes im Westen der Stadt kommt es zu einer Hebung und Kondensation – so entsteht der Hochnebel. Am längsten – mehrere Tage lang – kann sich die zähe Suppe über Wien bei einer Südostströmung, die beständig feuchtkalte Luft heranträgt, halten. Auch Nordwestströmungen bringen Hochnebel, dieser fällt allerdings weit weniger beständig aus. Aufgelöst wird der Hochnebel in der Praxis meist durch eine Kaltfront.

Alle, die der Hochnebelsuppe in Wien also überdrüssig werden, sollten im Wetterbericht also nach einer herannahenden Kaltfront Ausschau halten.

Artikel erschienen am    23. November 2018  | 

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