grüne Weihnachten; Quelle: https://www.panoramio.com/photo/126712775

Statistisch gesehen sind weiße Weihachten in Wien mittlerweile äußerst selten. In den Jahren von 1983 bis 2014 wurde lediglich siebenmal am 24.Dezember Schnee an der Messstation der Hohen Warte verifiziert. Zum Vergleich: In den Jahren 1951 bis 1982 waren es immerhin 12 Heilige Abende mit Schnee. Die größten Chancen auf weiße Weihnachten in einer österreichischen Landeshauptstadt gibt es in Innsbruck, wo im Schnitt jedes zweite Jahr Schnee am 24.Dezember liegt.

Tief über Nordeuropa und Hoch über Nordafrika bringen Tauwetter

In der Nacht auf 22.Dezember überquert ein Frontensystem Österreich und räumt eine aktuelle Inversionswetterlage auf. Spürbar wird dies durch eine deutliche Erwärmung der bodennahen Luftschicht. Der Ursprung dieses Systems ist ein Tief, welches aktuell nördlich der Britischen Inseln liegt. Diese Zyklone wandert nun weiter nach Osten und sorgt gemeinsam mit einem Hochdruckgebiet über Nordafrika für eine sehr zonale Strömung. Der vorherrschende Westwind transportiert somit milde Atlantikluft übers Festland. Am 24.Dezember wird in Wien eine Tageshöchsttemperatur von bis zu 6 °C erreicht. Außerdem regnet es von Sonntag an bis Montag in die Nachmittagsstunden.

Zum Stephanitag wieder Abkühlung

Das Hoch über Nordafrika wandert in weiterer Folge über Westeuropa in Richtung Großbritannien, wodurch sich statt dem Westwind ein Nordwestwind durchsetzt. Dieser transportiert energieärmere und kühlere Luftmassen nach Zentraleuropa, wodurch die Temperaturen zumindest in der Nacht wieder unter 0 °C absinken.

Die Hoffnungen auf weiße Weihnachten bleiben somit heuer unerfüllt und müssen auf nächstes Jahr vertagt werden.



Artikel erschienen am    21. Dezember 2018  | 

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