Gletscherbericht ÖAV - Gepatschferner im Jahr 2017 (Bild: Bernd Noggler)Gletscherbericht ÖAV - Gepatschferner im Jahr 2017 (Bild: Bernd Noggler)
Für den aktuellen Gletscherbericht hat der Messdienst des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) 83 Gletscher im ganzen Land vermessen. Mit einem Gletscherrückgang von durchschnittlich 25,2 Metern wurde der höchste Rückgang seit dem Jahr 1960 verzeichnet. Als Hauptgrund für den Rückgang nennen die Forscher den außergewöhnlich warmen Sommer im letzten Jahr.

Der durchschnittliche Rückgang von 25,2 Metern liegt deutlich über den Messdaten des Vorjahres (-14,2 Meter) und weit über dem Mittel der letzten zehn Jahre (-16,5 Meter). Der höchste Rückzug wurde am Gepatschferner (Ötztaler Alpen) mit 125 Metern gemessen. Einzig das Simonykees in der Venedigergruppe in Osttirol zog sich im Vergleich zum Vorjahr nicht zurück und blieb stationär, wie der ÖAV in einer Aussendung mitteilte.

Gründe für Gletscher-Rückgang
Für die Gletscherrückgänge verantwortlich ist laut Experten primär der überdurchschnittlich warme Sommer im Jahr 2017. Auch der außergewöhnlich warme und schneearme Winter 2016/17 war für den Fortbestand der Gletscher nicht förderlich: bis Ende April 2017 fielen vielerorts nur die Hälfte bis zwei Drittel der durchschnittlichen Niederschlagsmengen – die schützende Schneedecke war auch im Sommer rasch abgeschmolzen und erlaubte eine frühe Eisschmelze.

Die maximale Ausaperung – also der größte Anteil an blankem Gletschereis – wurde laut dem Bericht Ende August erreicht und ähnelte in ihren Ausmaßen vielerorts den Extremsommern der Jahre 2003 oder 2016.

Seit 127 Jahren bilanziert der ÖAV-Gletscherbericht die Bewegungen der heimischen Gletscher. Die Forschungsreihe gilt als eine der am längsten und bestdokumentierten Messungen weltweit und wird von der Klimaforschung international genutzt.

Link: Österreichischer Alpenverein

Artikel erschienen am    12. April 2018  | 

Schreibe einen Kommentar