Das Jahr der Zecken steht uns bevor.Das Jahr der Zecken steht uns bevor.
Das Jahr 2018 ist das Jahr der Zecken, zumindest wenn es nach den Prognosen der Veterinärmedizinischen Universität Wien und deren Kollegen aus München geht. So zeigt ein mathematisches Modell, dass 2018 die größte Zeckenpopulation seit Beginn der Prognosen erwartet wird. Was bedeutet das für uns?

Zecken: Vorsicht beim Waldspaziergang

Viele Wiener und Wienerinnen nützen oft die Möglichkeit einen Spaziergang im nahen Wienerwald zu machen, auch treibt einen der Urlaub in weiter entfernte Wald- und Wiesengebiete. Häufig wir dabei die Gefahr von Zecken und deren Bissen unterschätzt. Währen vergangenes Jahr ein moderates Zeckenjahr war, wird 2018 das stärkste seitdem Prognosen der Veterinärmedizinischen Universität Wien veröffentlicht werde.

Für die Vorhersagen wird ein mathematisches Modell erstellt. In dieses fließen Parameter wie die Anzahl der Bucheckern in den vergangenen Jahren aber auch meteorologische Parameter ein. So wird die Temperatur des Vorjahres und speziell die des vergangen Winters berücksichtig. Wichtig ist es, sogenannte Mastjahre der Bucheckerne festzustellen. In diesen kommen die Tiere im Wald – und somit auch die Wirte für Zecken – in einem größeren Kontingent vor. Mit diesen Informationen kommt das Modell auf eine Zeckenpopulation von 443 Tiere pro 100 m². Erste Messungen haben diesen Trend auch schon bestätigt. Übrigens: Letztes Jahr wurden 187 Zecken vorhergesagt. Was auch stimmte.

Schutz vor Zecken und wie entfernt man eine Zecke?

Die prognostizierte Anzahl an Zecken entspricht der höchsten Konzentration seit Beginn solcher Vorhersagen vor ungefähr zehn Jahren. Die Wahrscheinlichkeit an der bakteriellen Erkrankung Borreliose oder der viralen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hängt stark mit der Zeckendichte zusammen. So gesehen besteht 2018 ein großes Risiko sich mit einer der beiden Erkrankungen zu infizieren. Doch wie schütz man sich nun:

  • Gegen FSME gibt es die Möglichkeit einer vorbeugenden Impfung
  • Borreliose kann man nicht präventiv behandeln, es gibt aber eine Antibiotikatherapie
  • Genaue Untersuchung des Körpers nach einem Waldspaziergang; Kritisch sind die ersten zwölf Stunden
  • Ein beliebtes Hausmittel ist Kokosöl. Seine Wirkung wurde auch bestätigt.
  • Ebenfalls hilfreich können Schwarzkümmelöl oder Knoblauch sein.
Sollte nun trotzdem ein Zeckenbiss auftreten, gibt es mehrere Möglichkeiten diesen lästigen Parasiten zu entfernen:

  • Zeckenentfernung mit der Pinzette. (Nicht quetschen und senkrecht hinausziehen)
  • Es besteht auch die Möglichkeit eine Zeckenkarte einzusetzen. (Karte ohne Bewegungsunterbrechung führen)
  • Hilfreich ist auch ein Zeckenlasso. (Leicht auf die Hautdrücken, um unter den Zeck zu gelangen)
  • Zur Not kann man die Zecke auch mit den Fingern entfernen. (Nicht quetschen und Lockerungsbewegung nach links und rechts, dann senkrecht hinausziehen)

Wichtig ist es zum Arzt zu gehen, wenn trotz richtiger Entfernung die Schwellung bleibt. Außerdem sollte auch die Anwendung von Benzin, Alkohol oder gar Nagellackentferner verzichtet werden. Diese Mittel richten mehr Schaden als Nutzen an. Abschließend: Manchmal bleibt der „Zeckenkopf“ zurück. Eigentlich ist es „nur“ der Stechapparat – der vordere Teil des Kopfes – und dieser fällt oft selbstständig nach einiger gewissen Zeit ab.

Artikel erschienen am    19. Juli 2018  | 

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