Nordatlantische Oszillation: Azorenhoch und Islandtief- Farbe zeigt Temperaturverteilung in 2m Höhe. Daten: GFS/NOAAAzorenhoch und Islandtief; schematische Darstellung mit Isobaren im Abstand von 5 hPa - Farbe zeigt Temperaturverteilung in 2m Höhe. Daten: GFS/NOAA
Die Azoren sind eine Inselgruppe im Atlantik, etwa 1.400 Kilometer westlich der Iberischen Halbinsel gelegen. Die zu Portugal gehörenden Inseln sind Namenspatron für ein Hochdruckgebiet, dessen Lage und Ausdehnung entscheidende Bedeutung für das Wetter in Europa haben: Das Azorenhoch.

Wie entsteht das Azorenhoch?

Die Azoren liegen im sogenannten subtropischen Hochdruckgürtel. Dieser entsteht rund um den Erdball südlich und nördlich des Äquators, weil warme Luft aus den Tropen in große Höhe aufsteigt und in Richtung der Pole wandert. Diese Luft sinkt im Bereich zwischen 20 und 40 Grad nördlicher (bzw. südlicher) Breite wieder ab. Absinkende Luft lässt ein Hochdruckgebiet entstehen – auch das Azorenhoch entsteht auf diese Weise; und zwar immer wieder von Neuem.

Statistisch betrachtet liegt das Hochdruckgebiet im Winter weiter südlich als im Sommer. In der kalten Jahreshälfte pendelt seine Position um 33 Grad nördlicher Breite, in der warmen Jahreszeit liegt sie bei 34,5 Grad nördlicher Breite. Der Luftdruck schwankt zwischen 1016 und 1034 hPa.

So wirkt das Azorenhoch auf unser Wetter

Das Azorenhoch beeinflusst das Wetter in Europa. Es kann sich bis nach West- oder Mitteleuropa erweitern und dort auch Ableger bilden. Im Sommer kann es dadurch zu ausgeprägten Hitzewellen kommen. Im Winter sorgt diese Konstellation für beständige Hochnebel– bzw. Inversionswetterlagen.

In der für die Nordhalbkugel charakteristischen Westwinddrift blockiert das Azorenhoch für Tiefdruckgebiete den direkten Weg nach Europa. Diese Atlantik-Tiefs müssen eine nördlichere Zugbahn einschlagen und nehmen somit geringeren Einfluss auf das Wetter in Mitteleuropa.

Islandtief und NAO

Für die Stärke der Westwinddrift und der Zugbahn der Tiefs ist das Azorenhochdruckgebiet aber nicht allein entscheidend. Erst das Zusammenspiel mit seinem Widerpart, dem Islandtief, lässt die Wetterküche in die Gänge kommen. Den ständig wechselnden Druckunterschied zwischen Islandtief und Azorenhoch bezeichnet man als Nordatlantische Oszillation (NAO). Lesen Sie mehr zum Einfluss der NAO auf unser Wetter und den Klimawandel.

Artikel erschienen am    23. November 2017  | 

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