Schneebedeckte Narzissen – ein typisches Bild im April; Quelle: Kora27

Den Namen „Aprilwetter“ trägt ein in kurzer Zeit sehr wechselhaftes Wettergeschehen, da dieses vorwiegend im Frühling anzutreffen ist. Obwohl meteorologisch gesehen der März ebenfalls zum Frühling zählt, ist dieses Wetter besonders charakteristisch für den April.

Grund: versetzte Jahreszeiten in Höhe

Der Grund für das typische Aprilwetter findet sich in der zeitlichen Verschiebung der Jahreszeiten in den unterschiedlichen Schichten der Troposphäre. Ähnlich wie beim Tagesgang der Temperatur, kühlt und erwärmt sich die Atmosphäre von der Erdoberfläche her. Während die Lufttemperatur ihr Minimum in Bodennähe typischerweise im Jänner erreicht, tritt dieses in höheren Schichten der Atmosphäre erst einige Wochen später auf.

Dadurch sind die bodennahen Luftmassen relativ zu den höhere gelegenen ziemlich warm, und somit auch weniger dicht (landläufig als leichter bezeichnet). Ähnlich wie bei einem Hitzegewitter kann die Luft aufgrund dieses Dichteunterschieds leichter aufsteigen. Dies begünstigt die Bildung von Schauern oder gar Gewittern.

Umgekehrtes Bild findet sich im Herbst, hier nimmt die Temperatur am Boden bereits wieder ab, während sie in höheren Schichten gerade ihr Maximum erreicht. Schlussfolgernd sind im Herbst Gewitter seltener.

Aprilwetter im März

Die ersten Märztage waren ungewöhnlich warm. Von der Tagesdurchschnittstemperatur könnte durchaus bereits April sein. Dadurch wird das Aufsteigen der Luftmassen begünstigt. Am Dienstag gab es im Wiener Umland sogar Graupelschauer. Diese führten kurzzeitig zu kleineren weiß bedeckten Oberflächen.

Zusätzlich zog in den letzten Tagen eine Vielzahl an Tiefdruckgebieten durch, welche sich mit ihren Fronten durch starken Wind und Niederschläge äußerten.

Klimatologisch gesehen ist dieses verfrühte Aprilwetter zu hinterfragen. Einzelne Tage die über dem langjährigen Mittel liegen sind völlig normal, daher heißt es ja auch klimatologisches Mittel. Auffällig ist jedoch, dass hinter uns eine Periode von 12 Tagen liegt, in denen die Temperatur an der Wetterstation Wien-Hohe Warte um durchschnittlich +2,4 °C zu warm war. Es gab in Wien im März noch keinen Tag der kühler als im klimatologische Mittel ausfiel.

Artikel erschienen am    13. März 2019  | 

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